Buchrezension: Das Tor ins Leben

Buchrezension: Das Tor ins Leben

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Als Jugendliche hatte sie sich gefühlt, als ob sie krank wäre. Die Ursache dafür lag nicht etwa in einem Krankheitsgefühl oder einer tatsächlichen Erkrankung. Die Ursache ihres Missbehagens lag in den Veränderungen an ihrer Vulva, die sich auf dem Weg vom Kind zur Frau stark veränderte. Die Frau, von der hier die Rede ist, ist Grit Scholz. Und Jahrzehnte später hat sie sich dieses Missbehagens entledigt. Das könnte eine private Geschichte sein - sie ist es aber nicht. Denn Grit Scholz hat nicht nur selbst ein Bewusstsein für die Schönheit ihrer Vulva entwickelt, sie hat ein ganzes Buch über dieses Thema veröffentlicht.

Das Tor ins Leben in unserem Büchershop

Familienprojekt

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65 Frauen zwischen 18 und 70 Jahren stellten sich freiwillig der Graphikdesignerin, Fotografin und Autorin, und ließen ihre Vulvae von Grit Scholz ablichten. Auch Grit Scholz, deren Tochter und ihre eigene Mutter gehören zu den “Models” für dieses Buch. Das Scheinwerferlicht beleuchtet dabei tatsächlich nur die Yonis, wie Grit Scholz die Vulva liebevoll nennt. Es sind keine anderen Körperstellen zu sehen - nur 65 Yonis in ihrer ganzen Schönheit und Bandbreite.

Ein Bilderbuch für jede Frau - und jeden Mann

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„Das Tor in die Welt“ heißt dieses Buch, und es ist ein wunderschönes und berührendes „Bilderbuch“ geworden. Die Autorin selbst schildert in einem Interview mit www.sexmedpedia.at, dass sie sich als junge Frau ein solches „Bilderbuch“ gewünscht hätte, um ihre eigene - angeblich missgestaltete Vulva mit anderen Vulvae vergleichen zu können und dies ganz ohne Voyeurismus oder pornographische Konnotationen.

Formen, Farben, die Natur und die Unterschiede

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Vor drei Jahren hat Grit Scholz diesen Traum nun verwirklicht und die Yonis der Frauen in einen Zusammenhang mit Fotografien aus der Natur gestellt. Dabei wird eines klar: Jede Vulva ist verschieden - und jede ist schön. Und nicht zuletzt zeigt das Buch auch, wie umfassend die Formen- und Farbensprache der Natur ist - und wie sehr sich dies in den Yonis widerspiegelt.

Scham ist kein Thema

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Der großformatige Bildband „Das Tor ins Leben“ zeigt aber nicht nur die Bilder, er umfasst auch ein umfangreiches Essay zum Thema, in dem sich die Autorin und Fotografin intensiv mit vorgeblichen Schönheitsidealen, den Mythen rund um die Vulva und die daraus resultierenden verqueren Sichtweisen auseinander setzt. Und weil Grit Scholz möglichst viele Menschen erreichen möchte, findet sich dieser Essay gleich in acht Sprachen wieder.

Großartiges Buch, das zum Nachschauen und Nachdenken anregt

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„Das Tor ins Leben“ ist ein großartiges Buch - es zeigt die Vielfalt und die Schönheit der Vulva, es ist ein „Bilderbuch“ im besten Sinne des Wortes geworden.