Erektionsstörungen - Diagnose

Erektionsstörungen - Diagnose

1. Allgemeine Anamnese

Hier sollten alle Erkrankungen, Operationen, Traumata, Medikamente erfragt werden, die eine Erektionsstörung verursachen können.

Mehr dazu unter Erektionsstörungen: Ursachen

2. Spezielle Sexualanamnese

Folgende Eckdaten sollten erhoben werden:

  • Seit wann besteht die ED?
  • Härtegrad der Erektion?(Wie hart wird Ihr Penis?)
  • Vorzeitiges Abschwellen des Penis (vorzeitige Detumeszenz)?
  • Ist eine Penetration (Eindringen in die Vagina)möglich?
  • Morgendliche und nächtliche Erektionen?
  • Ist die Störung situations- partner-/praktikabhängig? (im Urlaub, mit Geliebter, Masturbation, usw.)
  • Zufriedenheit mit der Sexualität VOR Auftreten der ED?
  • Häufigkeit (Frequenz) des Geschlechtsverkehrs früher/jetzt?
  • Liegt eine andere Sexualstörung vor? vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox), Orgasmusstörung, Lustlosigkeit (Libidoverlust)?
  • Hat die/der PartnerIn Sexualprobleme?
  • Wie geht es der/dem PartnerIn mit der Problematik?
  • Hat Patient mit ihr/ihm darüber gesprochen?
  • Weiß sie/er vom Arztbesuch?
  • Was hat Patient bisher gegen ED unternommen?
  • Mit welchem Erfolg?
  • Ursachen aus der Sicht des Patienten/PartnerIn?
  • Wie geht es der Partnerin/dem Partner mit der Therapie?

Mehr dazu in der “Checkliste: Erektionsstörungen

3. Körperliche Untersuchung

Der Patient muss sich dafür immer entkleiden.

  • Fettleibigkeit (Adipositas)?
  • Vergrößerung der männlichen Brust (Gynäkomastie)?
  • Auffällige (viscerale) Fettansammlung innerhalb des Bauchraumes (erhöhter Bauchumfang)?
  • Abtasten (Palpation) der Leber und Leistengegend
  • Genitalbehaarung?
  • Hodengröße und Festigkeit (Konsistenz), etwaige Krampfadern (Varikozele)
  • Vorhautverengung (Phimose)?

Vorsicht bei Vorliegen einer Vorhautverengung (Phimose) und einer gleichzeitigen Entzündung der Eichel (Balanitis)! Hier sollte man an Diabetes mellitus denken.

  • Abtasten (Palpation) des Penisschaftes, um Verhärtungen (Induratio penis plastica)zu entdecken
  • Mastdarm (Rektale) Untersuchung
  • Transrektale (durch den After)Prostatauntersuchung mittels Ultraschall (TRUS)

4. Verpflichtende (obligate) spezifische Diagnostik?

Schwellkörper- Pharmakotestung & Doppler-/Duplexsonographie
Von einigen führenden Urologen wird diese Untersuchung mittels Ultraschall zur Beurteilung der arteriellen Versorgung des Penis bei Vorliegen einer Erektionsstörung als obligat angesehen.

Werte der systolischen Spitzenflussgeschwindigkeit (peak flow velocity - PSV) \< 25cm/sec in den Schwellkörperarterien werden als beweisend für eine hämodynamisch relevante arterielle Durchblutungsstörung angesehen.

5. spezielle Diagnostik

  • Rigi-Scan: Nächtliche Tumeszenz - und Rigiditätsmessung
  • Cavernosometrie und Cavernosographie: Dynamische Infusionscavernosometrie bei Verdacht auf venookklusive Dysfunktion
  • Corpus cavernosum-EMG: Messung der elektrischen Aktivität der glatten Muskelzellen der Schwellkörper (Corpora cavernosa)
  • Selektive Pharmakophalloarteriographie: Darstellung der Anatomie der paarigen A. pudenda interna und ihrer Äste, der A. dorsalis penis und der A. profunda penis.
  • Strenge Indikationsstellung: Vor Revaskularisierungsoperationen bei Zustand nach Verletzungen (Traumata) oder Shuntoperationen. Bei Verdacht auf angeborene Störungen bei primärer ED bei jungen Patienten.

6. Labordiagnostik

Bei Anhaltspunkten für das Vorliegen eines hormonellen Defizits (Hormonmangels) als Ursache der ED empfiehlt sich die Bestimmung von
Testosteron/SHGBÖstradiolFSH/LHProlaktinDHEASTSH, fT3/fT4

7. Internationaler Index der Erektilen Funktion (IIEF) 5

Unter Fragebogen zu Erektionsstörungen finden Sie den reproduzierbaren und in der Praxis anwendbaren Kurzfragebogen zur Erhebung einer Erektilen Dysfunktion nach R. Rosen.

Weiterführende Artikel

Einen Überblick über Definition, Häufigkeit, Ursachen, Diagnose und Lösungsansätze finden Sie im Artikel Erektionsstörungen