Yohimbin

Yohimbin

Bis zur Marktzulassung von Sildenafil (Viagra®) war Yohimbin neben Apomorphin die gebräuchlichste rezeptive Substanz in der Behandlung von Erektionsstörungen. Heute wird Yohimbin nur noch bei leichten Erektionsstörungen verschrieben.

Definition

Yohimbin wird aus der Rinde des in Zentralafrika vorkommenden Yohimbehe-Baumes gewonnen. Aus dem Wirkstoff Yohimbin werden folgende rezeptpflichtige Medikamente gewonnen:

  • Yocon-Glenwood®
  • Yohimbin-Spiegel®

Zielgruppe

Die Aussagen über die Wirksamkeit von Yohimbin sind in der Fachliteratur widersprüchlich. Am ehesten scheint Yohimbin bei psychisch bzw. geringfügig arteriell bedingt Erektionsstörungen wirksam zu sein. Bei organisch bedingten Erektionsstörungen ist eine Therapie mit Yohimbin nicht zielführend.

Wirkungsweise

Yohimbin unterdrückt im Gehirn erektionshemmende Impulse und erweitert die Penisarterien. Es wirkt jedoch nur bei milden Erektionsstörungen und erfordert eine regelmäßige Einnahme.

Nebenwirkungen

  • Übelkeit
  • Angst
  • Unruhe
  • Schlaflosigkeit
  • Herzrasen
  • Agitiertheit
  • Blutdruckerhöhung, manchmal auch Blutdrucksenkung (Hartmann 1991, Köhler 1995, Telöken 1998)

Warnhinweis

Bei Hochdruckpatienten, die unter einer multimodalen blutdrucksenkenden Therapie stehen, können die Auswirkungen von Yohimbin auf den Blutdruck nicht abgeschätzt werden, es kann zu großen Blutdruckschwankungen und Anstieg des Blutdrucks kommen.

Hypertoniepatienten, die sich einer Yohimbin-Therapie unterziehen, müssen daher unbedingt regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren. Steigt dieser stark an, muss die Yohimbin-Therapie abgebrochen werden!

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen steigt mit der Dosierung des Yohimbin-Präparates.
(H.Porst, Manual der Impotenz 2000)

Wechselwirkungen

Die Einnahme von Yohimbin-Präparaten kann zu einer

  • Wirkungsverstärkung trizyklischer Antidepressiva und
  • einer entgegengesetzten Wirkung von Clonidin-Therapieeffekten führen. (Köhler 1995)

Weiterführende Artikel

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