Erektionsstöungen: Leitlinien zur Therapie

Erektionsstöungen: Leitlinien zur Therapie

Um eine erfolgreiche Therapie von Erektionsstörungen gewährleisten zu können, hat die Europäische Vereinigung der Urologen (EAU, European Association of Urology) 2010 klare Leitlinien über die Vorgangsweise bei der Behandlung von Erektionsstörungen erlassen. Das empfohlene Therapieschema hat sich immer an den persönlichen Bedürfnissen des Patienten zu orientieren und gleichzeitig an den aktuellen medizinischen Standards, den sogenannten EAU-Guidelines.1

Veränderung des Lebensstils

Oberste Priorität in der Therapie von Erektionsstörungen hat die Veränderung des persönlichen Lebensstils (mehr Bewegung, ausgewogene, fettreduzierte Ernährung, Verzicht oder Reduktion von Rauchen und Alkoholkonsum).

  • In einer kontrollierten Studie 2mit 110 übergewichtigen Männern wurde nachgewiesen, dass alleine die Faktoren Gewichtsreduktion und mehr Bewegung zu einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit führen.
  • Zudem kann regelmäßige körperliche Aktivität die Wirkung von PDE-5-Hemmern steigern. 3

Mehr dazu im Artikel Änderung des Lebensstils bei Erektionsstörungen

PDE-5-Hemmer „Erste-Wahl-Therapie“ bei Potenzstörungen

PDE-5-Hemmer werden in den Leitlinien der Europäischen Vereinigung der Urologen (EAU) als First-Line-Therapie zur Behandlung der Erektionsstörung empfohlen.

Laut den Empfehlungen eigenen sich für die Bedarfstherapie jeweils vor dem Geschlechtsverkehr:

Tägliche Dosierung

Tadalafil (Cialis®) ist bislang das einzige Potenzmedikament, das aufgrund seiner langen Halbwertszeit von 17,5 Stunden mit einer einmal täglichen Dosierung eine Wirksamkeit rund um die Uhr möglich macht.

Für wen eignet sich diese Therapie-Form besonders?

Diese Form der Einnahme stellt vor allem für jene Paare eine Alternative dar, die ein ungeplantes, spontanes Liebesleben bevorzugen oder deren sexuelle Aktivität stärker ausgeprägt ist.

  • Sexualität kann damit wieder spontan und ohne Blick auf die Uhr gelebt werden, sie gewinnt an Natürlichkeit zurück.
  • Männer können sich durch ein wiederbelebtes Selbstwertgefühl besser vom Druck der Versagensangst befreien.

Studienergebnisse mit Tadalafil (Cialis®) 2,5/5 mg einmal täglich (4) und 10/20 mg bei Bedarf 5 zeigten auf, dass beide Einnahme-Varianten eine vergleichbar gute Wirkung zeigen.

Gespräch mit dem Arzt

Um die Therapie an die Erwartungen und Bedürfnisse des Patienten und die seiner Partnerin anpassen zu können, ist das ausführliche Gespräch mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin über die unterschiedlichen Eigenschaften von PDE-5-Hemmern von großer Wichtigkeit. Es kann sein, dass jemand beim ersten Versuch nicht gleich auf die Potenzmedikamente anspricht (Non-Respons), weil bei der Einnahme Fehler unterlaufen sind. Deswegen kann es für eine optimalen Therapieeinstellung nötig sein, mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ein Folgegespräch zu führen. 1

Mehr dazu im Artikel Notwendigkeit von mehreren Artzgesprächen

Quellenangaben

Satellitensymposium „Why bother with Evidence-based medicine and guidelines on erectile dysfunction? Some answers of particular importance“ der Fa. Eli Lilly im Rahmen des EAU-Kongresses 2011, Wien
1 Hatzimouratidis K et al., European Urology 2010; 57: 804-14 2 Esposito K et al., JAMA 2004; 29:2978-2984 3 Maio G et al., J Sex Med 2010; 7:2201-2208 4 Donatucci et al., Curr Med Res Opin 2008; 24:3383-3392 5 Carson CC et al., BJU Int 2004; 93:1276-81

Weiterführende Artikel

Einen Überblick über Definition, Häufigkeit, Ursachen, Diagnose und Lösungsansätze finden Sie im Artikel Erektionsstörungen