Häufige Fragen zu Prostatakrebs

Häufige Fragen zu Prostatakrebs

Diese Information behandelt einige wesentliche Aspekte des Prostatakarzinoms. Sie kann jedoch nicht die eingehende Diskussion Ihrer ganz persönlichen Situation mit Ihrem behandelnden Arzt ersetzen.

Was ist die Prostata und was macht sie?

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) ist eine von mehreren Geschlechtsdrüsen und somit Teil des männlichen Fortpflanzungssystems. Ihre Hauptfunktion besteht in der Produktion eines Sekrets, das hilft den männlichen Samen zu transportieren. Während der Ejakulation wird dieses Sekret in die Harnröhre geschleudert, wo es sich mit dem Samen, der im Hoden produziert wird, vermischt.

Sie liegt vor dem Mastdarm, von wo aus sie auch gut getastet werden kann, und unterhalb der Harnblase, wo sie die Harnröhre umschließt. Die Prostata des jungen Mannes ist recht klein, wiegt etwa 20 g und hat die Größe einer Kastanie. Die Prostatadrüse besteht aus Bindegewebsanteilen und Drüsengewebe.

Wachstum und Funktion der Prostata werden durch männliche Geschlechtshormone (Androgene) reguliert, deren wichtigster Vertreter das Testosteron ist. Mit zunehmendem Alter wird die Prostata kontinuierlich größer - man spricht dann von einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie oder BPH).

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine bösartige Wucherung, die vornehmlich in der Außenzone der Prostata beginnt und unbehandelt häufig zum Tod des Patienten führt. Mit zunehmendem Wachstum kann diese Wucherung auch auf die inneren Zonen übergreifen und den Harnfluss blockieren. Wie bei allen anderen Krebsarten auch kann die Organgrenze überschritten werden und die Krankheit sich im ganzen Körper in Form von Metastasen ausbreiten. Solche Metastasen finden sich anfangs in den Lymphknoten, später hauptsächlich im Knochen.

Warum erkrankt man an Prostatakrebs?

Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist unklar. Allerdings sind einige Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung von Prostatakrebs fördern können. Zu diesen zählen ein höheres Lebensalter, das männliche Geschlechtshormon (Testosteron), eine familiäre Häufung, sowie Umwelt- und Ernährungsfaktoren wie tierische Fette und kalorienreiche Ernährung. Faserreiche Ernährung (Obst, Gemüse), verschiedene Vitamine, Fisch, sowie pflanzliche Öle scheinen hingegen vor Prostatakrebs eher zu schützen.

Wie hoch ist das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken oder gar zu sterben?

Das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken steigt mit dem Alter des Mannes. Während bis zum 40. Lebensjahr ein Prostatakrebs extrem selten auftritt, ist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr jeder 45. Mann betroffen, zwischen dem 60. und dem 80. Lebensjahr bereits jeder siebente. Das ergibt insgesamt ein Erkrankungsrisiko von 16 Prozent der männlichen Bevölkerung.

Welche Symptome macht Prostatakrebs ?

In frühen Stadien, wo Prostatakrebs noch heilbar ist, verursacht er keinerlei Symptome oder Beschwerden. Erst mit zunehmender Größe und dadurch bedingtem Druck auf die Harnröhre können sich häufiges Urinieren, schwacher Harnstrahl, Schmerzen beim Urinieren oder Blutungen, ja sogar kompletter Harnverhalt einstellen. Alle diese Symptome können aber auch bei gutartiger Vergrößerung vorkommen. Wenn sich der Prostatakrebs schließlich in andere Organe (vornehmlich in den Knochen) ausbreitet, können allgemeine Symptome wie Anämie („Blutarmut“), Knochenschmerzen oder auch Knochenbrüche vorkommen.

Wie wird Prostatakrebs überhaupt diagnostiziert?

Da Prostatakrebs im Frühstadium keine Symptome oder Beschwerden macht, wird heute gezielt nach dem Vorliegen eines Prostatakrebses gefahndet. Wir nennen das auch Prostatakrebsvorsorge oder Früherkennung des Prostatakrebses.

Dabei geht der Urologe in der Regel schrittweise vor. Nach Fragen zu etwaigen Vor- oder Begleiterkrankungen und Fragen, ob und wann Prostatakrebs in der Familie bereits aufgetreten ist, erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Durch die Lage der Prostata an der Vorderseite des Mastdarms kann sie mit dem rechten Zeigefinger gut untersucht werden, was digitale rektale Palpation genannt wird. Diese Palpation bereitet keine Schmerzen und erlaubt dem Untersucher eine Beurteilung von Größe, Form, Oberflächenbeschaffenheit, Regelmäßigkeit und Festigkeit (Konsistenz) der Prostatadrüse.

Der zweite wichtige Test ist die Bestimmung des Prostata Spezifischen Antigens (PSA), welche durch eine einfache Blutabnahme aus der Armvene erfolgt.

Genau genommen wird Prostatakrebs jedoch nicht durch diese beiden Untersuchungen diagnostiziert, sondern sie helfen nur jene Männer herauszufinden, die ein besonderes Risiko für Prostatakrebs besitzen. Die eigentliche Diagnose erfolgt dann durch die Prostatabiopsie, bei der - je nach Größe der Prostata - mehrere kleine Gewebsstückchen aus der Prostata entnommen und nach Färbung im Mikroskop durch den Pathologen beurteilt werden. Die Prostatabiopsie erfolgt unter Antibiotikaschutz durch den Mastdarm, wobei die dafür verwendete Nadel durch eine Ultraschallsonde gelenkt wird. Sie verursacht im Allgemeinen keine Schmerzen, bedarf keiner Anästhesie und hat eine äußerst geringe Komplikationsrate. Die Prostatabiopsie wird heute von jedem Urologen in der Praxis durchgeführt.

Prostata Spezifisches Antigen (PSA) - Was ist das?

PSA ist ein Eiweiß, das sowohl von gutartigen wie auch von bösartigen Prostatazellen gebildet wird und in kleinen Mengen in das Blut übertritt, wo es gemessen werden kann. Ein exakter und allgemein gültiger Grenzwert, der eine eindeutige Trennung zwischen gutartig und bösartig erlaubt, existiert jedoch nicht. Verschiedenste Veränderungen in der Prostata wie Entzündungen, gutartige Vergrößerungen und vor allem Prostatakrebs können diesen Blutwert erhöhen. Außerdem nimmt auch mit zunehmendem Alter der PSA-Wert ein wenig zu. PSA selbst kann niemals Prostatakrebs diagnostizieren sondern nur (in Kombination mit der rektalen Palpation) eine Risiko-Wahrscheinlichkeit angeben, weil hin und wieder auch andere, gutartige Ursachen eine Erhöhung des PSA-Wertes verursachen können.

Risiko für Prostatakrebs?

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Der richtige Umgang mit dem PSA-Wert ist nicht ganz einfach und sollte in der Hand des Urologen liegen. Nicht jeder Patient mit einem erhöhten PSA-Wert hat auch tatsächlich Prostatakrebs, andererseits wissen wir heute, dass selbst bei sehr niedrigen Werten Prostatakrebs vorkommen kann. Oft ist es nur der Verlauf aus mehreren Messungen in jährlichen oder halbjährlichen Abständen, der den Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses ergibt.

Prostatakrebs-Vorsorge - Wer? Wann? Wie?

Die Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung ist vergleichsweise einfach und umfasst die Bestimmung von PSA aus dem Blut, sowie eine digitale rektale Palpation. Sind beide Untersuchungen ohne besondere Auffälligkeiten, werden sie ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich wiederholt. Wenn Prostatakrebs in der Familie schon einmal aufgetreten ist, sollte diese Vorsorge spätestens ab dem 40. Lebensjahr erfolgen. Ergibt sich aus dem Tastbefund und/oder dem PSA-Wert ein begründeter Verdacht, folgt als nächster Schritt die Prostatabiopsie.

Prostatabiopsie

Die Prostatabiopsie wird heute ambulant durchgeführt, ist kaum schmerzhaft und äußerst komplikationsarm. Trotzdem gilt es sowohl vor als auch nach der Biopsie einige Dinge zu berücksichtigen.

Worauf ist vor der Biopsie zu achten?

  1. Sie sollten am Tag der Punktion Stuhl gehabt haben, damit der Enddarm gut entleert ist.
    1. Ihr Arzt wird Ihnen ein Antibiotikum als Vorbeugung gegen Infektionen geben.
    2. Die Einnahme von Aspirin, Antirheumatika und anderen blutgerinnungshemmenden Medikamenten sollte unbedingt vermieden werden, um keine unnötigen Blutungen zu provozieren.

Was ist nach der Punktion zu beachten?

  1. Nehmen Sie das Antibiotikum solange Ihr Arzt es Ihnen verschrieben hat.
    1. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt den Zeitpunkt, ab wann Sie wieder blutgerinnungshemmende Medikament einnehmen dürfen.
    2. Vermeiden Sie am Punktionstag heiße Bäder, Rad fahren und andere schwere körperliche Anstrengungen.
    3. Blutbeimengungen zur Samenflüssigkeit, Urin oder Stuhl können vorkommen. In schweren Fällen setzen Sie sich unbedingt mit Ihrem Arzt in Verbindung.
    4. Auch bei Auftreten von Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost, Schmerzen am Damm oder Fieber sollten Sie sofort Ihren Arzt kontaktieren.

Prostatakrebs - Wie sieht mein Leben in Zukunft aus?

Ziel der Behandlung eines Prostatakrebses ist neben der Verlängerung des Lebens auch der Erhalt einer guten Lebensqualität. Trotzdem sollten Sie nach einer Behandlung auch weiterhin regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt einhalten. In Abhängigkeit von der Art der Behandlung wird er Ihnen mitteilen, wann Sie zu Ihren gewohnten Aktivitäten zurückkehren können und Ihnen die richtigen Kontroll-Abstände vorschlagen. Er wird Ihnen auch sagen, wann eine etwaige Umstellung, Erweiterung oder auch Beendigung einer Behandlung notwendig oder ratsam erscheint.

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