Vibratoren und Dilatatoren

Vibratoren und Dilatatoren

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Jeder kennt sie: Dildos und Vibratoren, als kleine Helfer für große Freuden. Aber was ist dabei zu unterscheiden und zu beachten? Und was hat es mit den medizinischen Varianten auf sich: mit medizinischen Dilatatoren, mit denen an Vaginismus leidende Frauen ihren Beckenboden trainieren können?

Medizinische Dilatatoren

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Dilatatoren sind Stäbe, die zum Weiten der Scheide eingesetzt werden. Meist werden sie zur Therapie von Vaginismus verwendet, beim sogenannten Scheidenkrampf. „Bei dieser Sexualstörung verkrampft sich die Beckenbodenmuskulatur, die das äußere Drittel der Scheide umschließt, bei Berührung der Vagina. Das geschieht auf einer völlig unbewussten Ebene“, erklärt die Gynäkologin Dr. Eva Rothe, eine der ersten AbsolventInnen von Österreichs neuer Sexualmedizinischen Grundausbildung. Jede gynäkologische Untersuchung und jeder Geschlechtsverkehr, sogar das Einführen eines Fingers oder eines Tampons werden somit schmerzhaft. Mit regelmäßigem Dilatatoren-Training lernt die betroffene Frau, ihre Beckenbodenmuskulatur zu entspannen.

Beckenboden entkrampfen

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Vorstellen kann man sich dieses medizinische Gerät als ein System von Stäben, das nach dem System der russischen Matrjoschka-Puppen funktioniert: von ganz dünn angefangen immer dicker werdend. „Mindestens drei Mal die Woche je fünf bis zehn Minuten lang übt die Frau in entspannter Atmosphäre und Position und mit Hilfe von wasserlöslichen Gleitmitteln ein Einführen des Dilatators in die Vagina“, so Dr. Rothe. „Langsam steigert sich über Tage oder Wochen hinweg die Größe des Dilatators, bis die Beckenbodenmuskulatur ‚gelernt’ hat, sich ausreichend zu entspannen und somit wieder ein schmerzfreier Geschlechtsverkehr möglich ist.“

Erotische Vibratoren

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Ganz anders verwendet werden Vibratoren, hier handelt es sich bekanntermaßen um vibrierendes Sexspielzeug. Vibratoren gibt es heute in allen erdenklichen Materialien, Größen und Ausführungen. Sie werden nicht nur zur Masturbation, sondern auch in der partnerschaftlichen Sexualität verwendet.

„In den vergangenen Jahren hat sich eine Tendenz zu eher kleineren Vibratoren entwickelt“, weiß Ingrid Mack, Inhaberin von „Liebenswert - Österreichs erstem Erotikfachgeschäft für Frauen und jene, die Frauen lieben“. „Frauen wollen in diesem Fall den spielerischen Umgang mit dem Sexspielzeug und es in erster Linie zur klitoralen Stimulierung einsetzen. Auch sind Frauen hellhörig geworden, was die Verträglichkeit anbelangt, es ist ein stärkeres Qualitätsbewusstsein entstanden.“

Schleimhautverträglichkeit

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Ein wichtiger Ansatz, denn Vibratoren aus Plastik können Weichmacher und Lösungsmittel enthalten, die von den Schleimhäuten aufgenommen werden und somit gesundheitlich schädlich sein können. „Vibratoren sind heute aber hauptsächlich aus sehr gut verträglichen Materialien wie Silikon, manchmal sogar antibakteriellem Silikon, Elastomed oder Plastik ohne Weichmacher“, so Mack. „Erst 2008 rüttelte ÖkoTest mit einer Untersuchung von Dildos und Vibratoren auf toxische Materialien die Erotikbranche endgültig wach. Seither sind auch die KonsumentInnen sensibilisiert und fragen nach, aus welchem Material das zu erwerbende Stück ihrer Begierde besteht.“