Künstlicher Ausgang (Stoma) und Sexualität

Eine Stomaanlage betrifft alle Altersgruppen - vom Frühchen bis ins hohe Alter - und stellt eine einschneidende Körperbildveränderung für die Betroffenen dar.

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Definition

Der Begriff Stoma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Mund oder Öffnung. Ein Stoma ist eine angelegte offene Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und der äußeren Haut. Man unterscheidet

  • Darmstomata (Ileostoma, Kolostoma und Transversumstoma),
  • Urostomata und
  • Gastrostomata (Ernährungsstomata) (vgl. Stoll-Salzer & Wiesinger, 2005, S. 17).

Problematik

Mit der Stomaanlage wird die Stuhlentleerung, über die man im Alltag nicht oder wenig spricht, sichtbar gemacht. Es ist etwas da, das normalerweise hier nicht hingehört.

Durch eine derartige Körperbildveränderung erlangen die Betroffenen oft Probleme mit der Akzeptanz ihres eigenen Körpers, mit ihrem Selbstwertgefühl. Dadurch können Gefühle von Scham, Ekel über die eigene Unzulänglichkeit „die Ausscheidung nicht mehr zu beherrschen“ auftreten. Die Betroffenen sind nach einer Stomaanlage sehr oft verunsichert, verängstigt, ziehen sich zurück und verleugnen die vorherrschende Situation.

Sexualität

Wie geht man in dieser Situation mit dem sehr intimen Thema Sexualität um?
Ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben wird das Thema Sexualität und Stoma zu einem wichtigen Thema. Durch die notwendigen Operationen und durch die Körperbildveränderungen können Sexualstörungen auftreten.

„Sexuelle Funktionsstörungen verhindern die von der betroffenen Person gewünschte sexuelle Beziehung. Es können ein Mangel an sexuellem Verlangen oder Befriedigung, ein Ausfall der für den Geschlechtsakt notwendigen physiologischen Reaktionen (z. B. Erektion) oder eine Unfähigkeit, den Orgasmus zu steuern oder zu erleben, auftreten" (WHO 1991, S.201).

Neben den Funktionsstörungen treten Ängste auf, dass die Versorgung undicht wird, der Beutel raschelt, oder das ästhetische Empfinden beeinträchtigt wird.

Stomaberatung

Wann spricht man dieses Thema an? Soll man dieses Thema ansprechen und wenn ja, mit wem spricht man? Gerade bei diesem sensiblen Thema ist bei der Gesprächsführung sehr viel Einfühlvermögen von den Beratenden gefragt. Kontinenz- und StomaberaterInnen haben sich durch jahrelange Berufserfahrung, in einschlägigen Seminaren und durch ihre Zusatzausbildung diese besondere Befähigung angeeignet, sich auf das Gegenüber einzulassen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der ein suchender Mensch mit seinem Partner/ seiner Partnerin das aussprechen kann, was dem Paar wichtig ist. So kann in einem gemeinsamen Prozess eine individuelle Lösung gefunden werden.

Praktische Tipps für intime Stunden

Kleidung

Frauen: Spitzenbodys oder Bodys mit Schlitz aus dem Sexshop, Spitzenunterhöschen, ein schön drapiertes Tuch; Frauen und Männer: Beutelüberzuge, die die Versorgung verstecken und die man individuell gestalten kann, Mieder;

Versorgung

Verwendung eines Minibeutels oder einer Stomakappe. Bei der Verwendung einer Stomakappe bei Ileostomien und Urostomie muss darauf geachteten werden, dass ein bestimmter Zeitabstand zur letzten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme besteht (ca. 1 Stunde), um eine unkontrollierte Entleerung zu vermeiden.

Für ColostomiepatientInnen besteht die Möglichkeit einer Darmspülung (Irrigation) (stuhlfreie Zeit von 24 - 48 Stunden) oder die Verwendung eines Colostomieverschlusses.

Ernährung

Vermieden werden sollten Nahrungsmittel, die Blähungen, Gerüche oder dünnen Stuhl erzeugen. Ein Ess- und Trinkabstand von etwa einer Stunde sollte eingehalten werden, um eine eventuell auftretende Entleerung zu vermeiden.

Probleme beim Geschlechtsverkehr

Frauen: Nach einer radikalen Rektumamputation mit Entfernung des umliegenden lymphatischen Gewebes und Kolostomaanlage kommt es zu besonderen Problemen, die unter dem Sammelbegriff Postprotektomiesyndrom zusammengefasst werden (Delbrück 1996). Der operativ entstandene Hohlraum wird mit der Zeit durch die Verlagerungen anderer Organe, besonders des Dünndarms, der Blase, Verlagerung der inneren Genitalorgane sowie durch Bindegewebe ausgefüllt. Der Koitus wird auf Grund der fehlenden Kissenfunktion des Rektums als unangenehm schmerzhaft erlebt. Ein Stellungswechsel während des Verkehrs kann diese Beschwerden vermindern (Zettel & Hartlapp, 1997, S. 64). Bei trockener Vagina können Gleitmittel oder Hormonpräparaten in Salbenform hilfreich sein, jedoch immer erst nach ärztlicher Absprache.

Männer: Bei Männern sind nach Operationen im kleinen Becken durch Irritationen oder Verletzungen von Nerven Probleme wie Erektionsstörungen und Ejakulationsstörungen oft nicht vermeidbar. Behandlungsmöglichkeiten sind z.B. Injektionen in den Schwellkörper (SKAT-Therapie) oder Penisprothesen.

Produktempfehlungen für mehr Sicherheit

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Der neue Brava Elastischer Fixierstreifen hält die Stomaversorgung sicher an der richtigen Stelle und bietet trotzdem genügend Bewegungsfreiheit, da er elastisch ist und den Körperbewegungen folgen kann. Das Material nimmt Feuchtigkeit auf, schont so die Haut und sorgt dafür, dass sie gesund bleibt.

Elastisch um sich Köperbewegungen und Körperformen anzupassen. Der neue Brava Elastischer Fixierstreifen sichert die Position der Basisplatte für die Extrasicherheit und minimiert Rand-Rollen der Basisplatte. Die Ränder des Elastischen Fixierstreifens rollen sich nicht auf und heben sich auch nicht ab. Er unterstützt deshalb eine längere Tragezeit. Der Elastische Fixierstreifen folgt den Konturen und der Bewegung des Körpers. Er absorbiert Feuchtigkeit, ist latexfrei und hautfreundlich.

Die Vorteile • Elastisch • Sichert die Position der Basisplatte für die Extrasicherheit • Rollt sich nicht vom Rand her auf • Hautfreundlich

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Die Zusammensetzung des geruchsneutralisierenden Gleitmittels ist eine deodorierende und gleitende Flüssigkeit, die für die Verwendung im Stomabeutel vorgesehen ist. Das geruchsneutralisierende Gleitmittel wurde entwickelt, um den Geruch der Ausscheidung im Stomabeutel zu neutralisieren. Gleichzeitig soll den Ausscheidungen der Weg nach unten ins Innere des Beutels erleichert werden, sodass die Ausscheidung sich nicht im oberen Teil des Beutels sammelt.

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Uro-Minikappe

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  • Als Ergänzung der Beutelversorgung

Achtung: nur anwendbar bei Urostomien

Die Stoma-Kappe

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  • nimmt kleine Mengen Ausscheidungen auf
  • Diskret und flach
  • Speziell für Stomaträger, die irrigieren
  • Temporär für spezielle Stunden (Schwimmen, Sauna, Intimität…)

Achtung: nur anwendbar bei Kolostomien

Der Kolostomieverschluss

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  • Keine Gerüche, keine Geräusche
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Achtung: nur anwendbar bei Kolostomien

Hilfreiche Links

KSB - Verein der österreichischen Kontinenz- und StomaberaterInnen:
www.kontinenz-stoma.at

Nützliche Produkte:
www.coloplast.at

Unterwäsche:
www.viktoriafashion.com www.life-care-produkts.de

Über die Autorin

DGKS Karin Meyer ist Kontinenz- und Stomaberaterin, M.Ed an der Stomaambulanz im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee.