Natürliche Verhütungsmethoden

Natürliche Verhütungsmethoden

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Diese Art der Verhütung ist konkurrenzlos billig. Sie brauchen dafür nur ein Fieberthermometer, Vordrucke für Temperaturkurven und die Bereitschaft, den eigenen Körper genau zu beobachten. Und Sie sollten sich gut kennen, mit ihrem Körper vertraut sein und keine Berührungsängste haben.

Voraussetzung ist, dass beide PartnerInnen sich darauf einstellen und auch konsequent an den fruchtbaren Tagen auf ungeschützten Sex verzichten.

Alle natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung haben den Nachteil, dass sie der Spontaneität des Liebeslebens keinen Raum lassen und der Geschlechtsverkehr nach Zeitplan erfolgen muss.

Für Frauen mit einem instabilen Zyklus (Frauen kurz nach der Menarche oder vor der Menopause) sind diese Methoden nicht geeignet. Auch Frauen mit starken beruflichen Belastungen (z.B. Schichtdienst) sollten andere Methoden der Empfängnisverhütung wählen.

Alle natürlichen Methoden verlangen ein hohes Maß an Disziplin und einen relativ großen Zeitaufwand. Mit Verhütungscomputern wird versucht, die natürlichen Methoden etwas anwendungsfreundlicher zu machen.

Kalendermethode - Knaus-Ogino-Methode

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Nach den beiden Ärzten Hermann Knaus und Kyusaku Ogino auch Knaus Ogino Methode genannt. Durch Beobachtung und Aufzeichnung in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr berechnen die Frauen ihren voraussichtlichen Eisprung. Sie führen einen Menstruationskalender, in dem die Zyklustage aufgezeichnet werden. Als ein Zyklus wird dabei der Zeitraum vom ersten Tag einer Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Blutung bezeichnet.

Man stellt aufgrund des Menstruationskalenders den kürzesten und längsten Zyklus fest.

Kürzester Zyklus: 26 Tage minus 17 = 9
Längster Zyklus: 34 Tage minus 13 = 21 Daraus ergibt sich eine fruchtbare Zeit vom 9. bis zum 21. Zyklustag.

Kurzfassung

Sicherheit: Pearl Index 15 - 38 Die Temperaturmethode gilt als unsicheres Verhütungsverfahren. Außerdem erfordert die korrekte Anwendung sehr viel Disziplin.

Vorteile: Die Kalendermethode kann aber zur Errechnung des optimalen Empfängniszeitraums im Falle eines Kinderwunsches herangezogen werden.

Nachteile: Nach einer Geburt kann die Methode nicht sofort wieder angewendet werden, da erst nach Ablauf einiger Zyklen die unfruchtbaren Tage neu berechnet werden können.

Es gibt viele Gründe für außergewöhnliche Zyklusschwankungen: Stress, Ortsveränderungen, umweltbedingte Faktoren, Erkrankungen u.a …

Für wen geeignet? Für Frauen mit regelmäßigen Zyklen. Wenn die Frau und auch der Partner sehr diszipliniert sind und in den fruchtbaren Tagen mit anderen Methoden verhüten. Für Frauen, für die eine mögliche Schwangerschaft keine Katastrophe bedeutet.

Temperaturmethode

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Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau. Durch die Bildung des Gelbkörperhormons, das nach dem Eisprung gebildet wird, steigt die Körpertemperatur leicht an.
Wenn sechs Tage lang die Temperatur niedrig und dann für drei Tage die Temperatur um mindestens 0,2 Grad höher liegt, ist eine Frau von diesem Zeitpunkt an bis zur Regelblutung unfruchtbar.

Wichtig!

Täglich noch vor dem Aufstehen Temperatur messen, Ablauf der Messung immer gleich halten: Gemessen wird also immer zur gleichen Zeit, mit demselben Thermometer und immer an der gleichen Stelle (entweder im After, der Scheide oder dem Mund).

Das Gelbkörperhormon lässt die Körpertemperatur leicht ansteigen. Die Messung der Körpertemperatur gibt Aufschluss über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau.

Kurzfassung

Sicherheit: Die Temperaturmethode allein ist kein sehr sicheres Verhütungsverfahren, weil die Unsicherheitsfaktoren sehr groß sind. Außerdem erfordert die Methode sehr viel Disziplin, um verlässliche Daten ermitteln zu können.

Vorteile: Keine Nebenwirkungen. Kann einerseits zur Empfängnisverhütung oder andererseits zur Ovulationskontrolle bei Kinderwunsch eingesetzt werden.

Nachteile: Extrem sorgfältige und regelmäßige Messung ist notwendig, die die Kontrolle und Zyklusbuchführung nicht ersetzt. An fruchtbaren Tagen sind andere Verhütungsmethoden erforderlich.

Für wen geeignet? Für Frauen mit regelmäßigen Zyklen. Wenn die Frau und auch der Partner sehr diszipliniert sind und in den fruchtbaren Tagen mit anderen Methoden verhüten. Für Frauen, für die eine mögliche Schwangerschaft keine Katastrophe bedeutet.

Schleimstrukturmethode nach Billings

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Bei der Schleimstrukturmethode wird täglich der Schleim des Muttermunds oder des Scheidenganges auf seine Beschaffenheit hin untersucht. Die Veränderung der Schleimstruktur gibt Hinweis auf die Fruchtbarkeit.

Der Schleim muss immer von der gleichen Stelle genommen werden. Das ist wichtig, sonst kann man die Beschaffenheit nicht miteinander vergleichen. Anschließend wird eine Beschreibung in ein Kurvenblatt eingetragen. Sogar Abstufungen der Fruchtbarkeit sind möglich.

  • Unfruchtbar: wenn der Scheidengang trocken ist.
  • Leicht fruchtbar: Der Schleim ist zäh und klebrig und behält auch beim Ziehen die Form.
  • Fruchtbar: Die Schleimproduktion führt zu einem feuchten Scheidengang. Der Schleim ist weiß bis gelb.
  • Sehr fruchtbar: Der Schleim ist spinnbar und zieht klare Fäden.

Vier Tage nach den letzten spinnbaren Fäden wird der Scheidengang wieder trocken, die Frau wieder unfruchtbar.

Kurzfassung

Sicherheit: Pearl Index 15 - 25

Vorteile: Keine Nebenwirkungen. Kann einerseits zur Empfängnisverhütung oder andererseits zur Ovulationskontrolle bei Kinderwunsch eingesetzt werden.

Nachteile: Anleitung ist notwendig. Für die Durchführung dieser Methode braucht die Frau eine gewisse Erfahrung und Anleitung. Manchmal werden sogar Kurse angeboten. Allein ist die Schleimstrukturmethode keine sichere Verhütungsmethode.

Für wen geeignet? Für Frauen, die ihren Körper kennen, natürlich verhüten wollen und bereit sind, ihren Lebensrhythmus dieser Methode anzupassen. Für Frauen, für die eine mögliche Schwangerschaft keine Katastrophe bedeutet.

Sympto-thermale Verhütung - Methode nach Rötzer

Sympto-thermale Methode - Aufwachtemperaturbestimmung und Beurteilung des Zervikalschleimes.

Kurzfassung

Sicherheit: Pearl-Index ca. 3 Wenn beide Methoden richtig angewandt werden, dann ist die sympto-thermale Methode die sicherste Form der natürlichen Empfängnisverhütung.

Vorteile: Ein großer Vorteil dieser Kombinationsmethode ist, dass sehr genau die fruchtbare Zeit ermittelt werden kann. So wird diese Methode häufig auch für eine natürliche Familienplanung eingesetzt.

Nachteile: Ohne die nötige Disziplin ist die Methode zum Scheitern verurteilt.

Für wen geeignet? Die Kombination bietet Frauen mit religiösen oder anderen Vorbehalten gegen “künstliche” Verhütungsmittel eine natürliche Form der Verhütung, aber auch der Familienplanung.

Coitus interruptus

Beim Koitus interruptus („Aufpassen“) geschieht die Ejakulation außerhalb der Scheide. Bei dieser Art der Verhütung zieht der Mann seinen Penis kurz vor seinem Orgasmus aus der Scheide seiner Partnerin.

Kurzfassung

Sicherheit: Pearl-Index 25 - 38

Nachteile: Vor dem eigentlichen Samenerguss gibt der Mann unbemerkt und unkontrolliert geringe Menge Flüssigkeit mit befruchtungsfähigem Samen ab. Diese Flüssigkeit wird auch als „Liebeströpfchen“ oder „Sehnsuchtströpfchen“ bezeichnet. Samenzellen, die an die weiblichen Schleimhäute gelangen, reichen bereits für eine Schwangerschaft aus.

Diese Methode hat keine Vorteile, sie kann zudem zu psychischen Problemen führen, wenn die innige Verbindung des Paares kurz vor dem Orgasmus immer abgebrochen werden muss.

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