Primärer Kopfschmerz bei sexueller Aktivität

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Primärer Kopfschmerz bei sexueller Aktivität

Medium

Von Kopfschmerz während der sexuellen Aktivität betroffen sind überwiegend Männer. Bei erstmaligem Auftreten ist eine neurologische Abklärung notwendig, da in zirka fünf Prozent spezifische Ursachen (z.B. Subarachnoidalblutung, Arteriendissektion) vorliegen. Die Prognose ist jedoch sehr günstig, meist bilden sich die Symptome von selbst zurück oder verschwinden ganz (Spontanremissionen).

Definition

Unterschieden wird zwischen

  • einem sich während der sexuellen Aktivität langsam steigernden Präorgasmuskopfschmerz (also schon vor dem Orgasmus), beginnend als dumpfer Schmerz in Kopf und Nacken
  • und dem häufiger auftretenden Orgasmuskopfschmerz mit explosionsartigem Beginn während des Orgasmus.

Häufigkeit

Dieses Leiden betrifft drei bis vier Mal häufiger Männer als Frauen. Orgasmuskopfschmerzen treten häufiger bei Menschen mit Migräne, Spannungskopfschmerz sowie primären Kopfschmerzen bei körperlicher Anstrengung auf.

Ursache

Ein gesicherter Entstehungsmechanismus ist bis heute nicht bekannt, auffällig sind jedoch pathophysiologische Ähnlichkeiten zwischen Menschen mit Migräne und Orgasmuskopfschmerzen.

Symptome

  • Die Beschwerden sind meist beidseitig, diffus, manchmal auch im Hinterkopfbereich lokalisiert.
  • Sie dauern im Durchschnitt 30 Minuten an, maximal jedoch bis zu 24 Stunden.
  • Die meisten Patienten bekommen die Beschwerden nicht bei jeder sexuellen Aktivität (unter 50 Prozent).

Lösungsansätze

Der Verlauf ist meist günstig. Häufig kommt es zu spontane Remissionen. Die Akutbehandlung mit gängigen Medikamenten (Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac) ist meist unbefriedigend. Zielführend ist folgende Vorgehensweise:

  1. sexuelle Inaktivität während des Schmerzes und am Folgetag
  2. passiveres Verhalten während der sexuellen Aktivität
  3. bei gehäuftem Auftreten Kurzzeitprophylaxe mit Indometacin (25 bis max. 100 mg), 30 bis 60 Minuten vor der sexuellen Aktivität
  4. Bei häufigem Wiederauftreten und langwierigen Verläufen ist eine Anfallsprophylaxe mit dem Betablocker Propranolol drei Mal 20 mg bis maximal drei Mal 80 mg pro Tag empfehlenswert. Wegen häufiger Remissionen empfehlen die Autoren einen Auslassversuch nach spätestens drei Monaten.

Quellenangabe

Die Mehrzahl der Informationen mit ausreichenden Quellenangaben sind einer Publikation von A. Frese und S. Evers (Neurologie, Universitätsklinik Münster), „Primärer Kopfschmerz bei sexueller Aktivität“, entnommen. Diese Übersichtsarbeit finden Sie hier

Autor

Dr. Martin Trisko
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