Sexuelle Funktionsstörungen und Lebensqualität

Sexuelle Funktionsstörungen und Lebensqualität

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Die Beziehung von sexueller Gesundheit und sexuellen Störungen zur Lebensqualität ist zwar schon seit längerem thematisiert, aber erst in den letzten Jahren breiter aufgegriffen worden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen sexueller Gesundheit und der allgemeinen Lebenszufriedenheit besteht (Fugl-Meyer et al., 1997; McCabe, 1997; Litwin et al., 1998; Ventegodt, 1998).

Resultate der Untersuchungen

  • Personen, die nicht sexuell aktiv sind, haben eine deutlich niedrigere Lebensqualität, wobei dieser Zusammenhang vom Fehlen eines geeigneten Sexualpartners/einer Sexualpartnerin mitbestimmt wird.
  • Männer mit Sexualstörungen haben im Vergleich mit nicht funktionsgestörten Männern erhebliche Einbußen in den emotionalen, sozialen und sexuellen Qualitäten von Intimität und Paarverbundenheit, und die sexuelle Dysfunktion ist bei Ihnen assoziiert mit einem Zusammenbruch der emotionalen und sexuellen Nähe in der Partnerschaft, einer Verminderung des gegenseitigen Austauschs sowie einem Rückgang der Teilnahme an sozialen und Freizeitaktivitäten.
  • Auch bei den Frauen beeinflussen sexuelle Probleme zahlreiche Lebensaspekte und sind verbunden mit einer verminderten Leistungsfähigkeit und einer verminderten Befriedigung im interpersonalen, beruflichen und emotionalen Bereich. Dabei scheint es den Frauen weniger als den Männern zu gelingen, die sexuellen Probleme etwa durch eine „Flucht in die Arbeit“ zu kompensieren bzw. zu verdrängen.
  • In den klinischen Studien führte eine Reduktion der sexuellen Symptomatik zu signifikanten Verbesserungen der Lebenszufriedenheit sowie der psychischen Gesundheit, speziell zu Veränderungen von Ängsten und Depressionen sowie der interpersonalen Sensibilität und Selbstachtung.

Enge Beziehung zwischen sexueller Gesundheit und Lebensqualität

Die enge Beziehung zwischen sexueller Gesundheit und Lebensqualität ist eine wichtige empirische Untermauerung für eine stärkere Gewichtung dieses Bereichs in unserem Gesundheitssystem und sollte für jeden sexualmedizinisch und sexualtherapeutisch Tätigen Ansporn und Motivation sein.

Dieser Zusammenhang zeigt, dass die Sexualmedizin sich nicht mit einem Randbereich, sondern mit einem zentralen Erlebens- und Verhaltensbereich des Menschen beschäftigt.