Prostatakrebs: Überblick

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Prostatakrebs: Überblick

Prostatakrebs ist eine bösartige Wucherung, die vornehmlich in der Außenzone der Prostata beginnt und unbehandelt meist zum Tod des Patienten führt. Wird die Organgrenze überschritten, kann sich die Krankheit im ganzen Körper in Form von Metastasen ausbreiten. Solche Metastasen finden sich anfangs in den Lymphknoten, später hauptsächlich im Knochen. Andere Organe wie Leber oder Lunge sind seltener betroffen.

Häufigkeit

Prostatakrebs ist heute die häufigste Krebserkrankung des Mannes, die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr hat in den letzten Jahren ständig zugenommen. Insgesamt müssen 16 Prozent der männlichen Bevölkerung damit rechnen, im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert zu werden, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter stark ansteigt.

Bei den Todesursachen steht Prostatakrebs heute an der zweiten Stelle aller Krebstodesursachen. In Österreich stirbt alle sieben Stunden ein Mann an Prostatakrebs, in ganz Europa sogar alle sechs Minuten. Insgesamt stirbt heute jeder 33. Mann an den Folgen eines Prostatakrebses.

Risikofaktoren

Obwohl die genaue Ursache von Prostatakrebs unklar ist, kennen wir einige Risikofaktoren, die die Entstehung von Prostatakrebs fördern können.

  • Dazu zählen ein höheres Lebensalter,
  • das männliche Geschlechtshormon (Testosteron),
  • eine familiäre Häufung
  • sowie Umwelt- und Ernährungsfaktoren wie tierische Fette und kalorienreiche Ernährung.
  • Im Gegensatz dazu schützen faserreiche Ernährung (Obst, Gemüse), verschiedene Vitamine, Fisch, sowie pflanzliche Öle eher vor Prostatakrebs.

Symptome

Frühes Stadium: In frühen Stadien, in denen Prostatakrebs grundsätzlich heilbar ist,

  • verursacht der Tumor keinerlei Beschwerden.

Fortgeschrittenes Stadium: Erst mit zunehmender Größe und dadurch bedingtem Druck auf die Harnröhre können sich

  • häufiges Urinieren,
  • schwacher Harnstrahl,
  • Schmerzen beim Urinieren oder Blutungen, ja sogar kompletter Harnverhalt einstellen.

Achtung: Allerdings sind diese Symptome nicht typisch und können auch bei einer gutartigen Vergrößerung auftreten!

Spätes Stadium: Im späten Stadium, wenn sich der Prostatakrebs in andere Organe ausbreitet, können allgemeine Symptome wie

  • Anämie („Blutarmut“),
  • Knochenschmerzen oder auch
  • Knochenbrüche vorkommen (weil sich der Krebs auch in die Knochen ausgebreitet hat).

Diagnose

Da Prostatakrebs im Frühstadium keine Symptome oder Beschwerden verursacht, wird heute gezielt nach dem Vorliegen eines Prostatakrebses gefahndet. Dies wird Prostatakrebsvorsorge oder Früherkennung des Prostatakrebses genannt.

Dabei geht der Urologe in der Regel schrittweise vor.

  • Nach Fragen zu etwaigen Vor- oder Begleiterkrankungen und Fragen, ob und wann Prostatakrebs in der Familie bereits aufgetreten ist, erfolgt eine körperliche Untersuchung, die digitale rektale Palpation.
  • Der zweite wichtige Test ist die jährliche Bestimmung des Prostata Spezifischen Antigens (PSA), welche durch eine einfache Blutabnahme aus der Armvene erfolgt.
  • Genau genommen helfen diese beiden Untersuchungen (digitale rektale Palpation und Bestimmung des PSA-Werts) nur jene Männer herauszufinden, die ein besonderes Risiko für Prostatakrebs haben. Die eigentliche Diagnose erfolgt dann durch die Prostatabiopsie, bei der mehrere kleine Gewebsstückchen aus der Prostata entnommen und durch den Pathologen beurteilt werden.

Mehr zur Diagnose des Prostatakrebses lesen Sie in den Artikeln: Prostatakrebs: Diagnose PSA Prostatabiopsie

Wichtig! Natürlich zählt die Diagnose „Krebs“ zu den einschneidendsten Ereignissen im Leben eines jeden Menschen. Es besteht aber keinerlei Grund allzu rasch oder auch unüberlegt einen voreiligen therapeutischen Entschluss zu fassen. Zuerst sollten das Ausmaß der Erkrankung (Tumorstadium) und die Risikogruppe bestimmt werden, erst dann - und das nach reiflicher Überlegung - eine therapeutische Entscheidung getroffen werden.

Tumorstadien

Als Tumorstadium wird die jeweilige Ausdehnung der Erkrankung
• in der Prostata selbst (T-Stadium), • in den Lymphknoten (N-Stadium) • sowie in anderen Organen (M-Stadium) bezeichnet.

Weitere Untersuchungen

Bildgebende Untersuchungen wie transrektaler Ultraschall (TRUS), eine Magnetresonanzuntersuchung (MRI) der Prostata oder ein PET-Scan können dabei helfen, sind aber nur bei bestimmten Fragestellungen erforderlich. Ab einer gewissen Höhe des PSA-Werts sollte aber unbedingt auch eine Knochenuntersuchung (Skelettszintigramm) durchgeführt werden.

Therapie

Prinzipiell sind für die Wahl der Behandlung das Tumorstadium und die Lebenserwartung des Patienten ausschlaggebend. Letztere ergibt sich - vereinfacht ausgedrückt - aus dem Alter des Patienten und seinem allgemeinen Gesundheitszustand, bzw. der Art und Anzahl seiner Begleiterkrankungen. Nicht jede Behandlung ist für jeden Patienten geeignet. Oft unterscheiden sich die einzelnen Behandlungsmethoden in ihrer Wirksamkeit nur geringfügig, weshalb es ratsam sein kann, sich eine „zweite Meinung“ zu holen.

Mehr zur Therapie des Prostatkrebses lesen Sie in folgenden Artikeln: Prostatakrebs: Therapie Prostatakrebs: Hormontherapie Prostatakrebs: Chemotherapie Prostatakarzinom: Intermittierender Testosteronentzug Prostatakarzinom:Testosteronentzugstherapie

Zukunft

Ziel der Behandlung eines Prostatakrebses ist neben der Verlängerung des Lebens auch der Erhalt einer guten Lebensqualität. Trotzdem sollten Sie nach einer Behandlung auch weiterhin regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt einhalten. In Abhängigkeit von der Art der Behandlung wird er Ihnen mitteilen, wann Sie zu Ihren gewohnten Aktivitäten zurückkehren können und Ihnen die richtigen Kontroll-Abstände vorschlagen. Er wird Ihnen auch sagen, wann eine etwaige Umstellung, Erweiterung oder auch Beendigung einer Behandlung notwendig oder ratsam erscheint.

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