Übersicht: sexuelle Probleme bei Frauen

Übersicht: sexuelle Probleme bei Frauen

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Die Auflistung ist geordnet nach den verschiedenen Abschnitten der sexuellen Interaktion.
(nach Arentewicz und Schmidt 1993)

Phase der sexuellen Annäherung

Erregungsphase

  • Ausbleibende sexuelle Erregung: kein Feuchtwerden der Scheide (Lubrikationsstörung)
  • Erregungsabbruch: Auf das anfängliche Gefühl des Erregt-seins (körperlich, emotional) folgt ein Erregungsabbruch.
  • persistent sexual arousal syndrom (PSAS) „sexuelle Dauererregung“: spontane, aufdringliche, unerwünschte geniale Erregung (kribbeln, klopfen, pulsieren…) in Abwesenheit von sexuellem Interesse und Lust

Achtung! Zu starkes Feuchtwerden der Scheide (Hypersekretion) ist keine Störung! Es handelt sich um eine vermehrte Produktion von Flüssigkeit der weiblichen Prostata bei Erregung - ist also ein körperlich individueller Ausdruck von Erregung.

Einführung des Penis

  • **Vaginismus**: Penetration ist durch eine krampfartige Verengung des Scheideneinganges gar nicht oder nur unter Schmerzen möglich

  • Schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Brennen, Stechen oder Schmerzen im Genitalbereich bei Geschlechtsverkehr

Orgasmusstörungen

  • Orgasmus tritt selten, nie oder stark verzögert ein
  • Orgasmus ohne Befriedigung

Nach dem Orgasmus

  • Betroffene empfindet nach dem sexuellen Verkehr Depression, Gereiztheit, innere Unruhe, haben Wein- oder Lachanfälle, Kopfschmerzen, Missempfindungen im Genitalbereich u.a.

Häufigkeit

In einer im Jahr 2001 in 28 Ländern der Welt durchgeführten Befragung zum Thema sexuelle Gesundheit gaben 44% der Frauen an, in der letzten zwölf Monaten sexuelle Probleme gehabt zu haben (die länger als zwei Monate anhielten)!

Altersabhängige Häufigkeit von Sexualstörungen

Alter_Libidoverlust_Lubrikationsstör_Orgasmusstör_schmerzhafter GV 18-24____32%________19%____________26%__________21% 25-34____32%________18%____________28%__________15% 35-44____30%________21%____________22%__________13% 45-59____27%________27%____________23%__________18%

Eine ähnliche Datenlage findet sich auch bei Rosen 1998, Laumann 1999, Madersbacher 2003 und Graziotin 2004.

Studien aus dem Jahr 2008 bei amerikanischen Frauen zeigen eine ähnliche Situation auf, wobei 22, 4% angaben, dass sie darunter litten. (siehe Grafik oben)